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Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen lässt sich das neue Jahr 2016 mit der Ruhe vor dem Sturm vergleichen. Ab 2017 wird nämlich aufgrund der jüngsten Pflegereform kaum noch etwas von dem gelten, was Sie über die Pflegeversicherung wissen. Die drei Pflegestufen wird es nicht mehr geben. Stattdessen kommen fünf Pflegegrade. Es werden nicht mehr die Minuten gezählt, die für die Pflege benötigt werden. Vielmehr wird von den Gutachtern des MDK das Maß an Selbstständigkeit erfasst. Durch die Umstellung werden deutlich mehr Menschen anspruchsberechtigt. Die bisherigen Pflegestufen werden dabei automatisch in die neuen Pflegegrade „übersetzt“. Zwar wird es voraussichtlich viele Irritationen geben. Diese sind aber bei guter Kommunikation mit den Sozialarbeiterinnen Ihres Pflegedienstes lösbar.

 

Leider werden wesentliche Probleme der Pflege damit nicht gelöst. So wird die größte Schwierigkeit, nämlich der Personalmangel aufgrund der geringen Attraktivität des Pflegeberufs, überhaupt nicht angefasst. Wenigen ist bekannt, wie belastend die Arbeit gerade in der Häuslichen Pflege ist. Trotz schlechtem Wetter, Stau und Parkplatzsuche sollen die Mitarbeiterinnen pünktlich beim Kunden sein. Dort angekommen, ist nicht nur Freundlichkeit, sondern höchste Konzentration gefordert, kann doch ein falsch dosiertes Insulin oder eine unsauber verbundene Wunde zu erheblichen Gesundheitsrisiken führen. Dennoch werden Pflegefachkräfte deutlich schlechter bezahlt als vergleichbare soziale Berufe. So bekommt etwa eine Krankenschwester ziemlich genau 30% weniger Gehalt als eine Erzieherin, obwohl beide eine gleich lange Ausbildungsdauer durchlaufen. Die Erzieherinnen streiken für höhere Löhne und lassen die Eltern mit ihren Kindern allein, die Krankenschwestern aber fahren weiter und lassen natürlich keinen Pflegebedürftigen zu Hause allein. Niemand kann es den Krankenschwestern angesichts ihrer riesigen Verantwortung für Leib und Leben der Pflegebedürftigen da verübeln, wenn sie sich nicht mehr ernst genommen fühlen.

 

Die jüngste Pflegereform hätte deshalb genutzt werden müssen, über eine Änderung des entsprechenden Gesetzes den Pflegeberuf deutlich attraktiver zu machen. So könnten z.B. durch einen einzigen Satz die Krankenkassen verpflichtet werden, tariflich verhandelte Gehälter für Krankenschwestern und Altenpflegerinnen auch tatsächlich zu vergüten. Bisher werden die dringend notwendigen Verbesserungen einfach aus Kostengründen abgelehnt. Sowohl im Gesundheitsausschuss des Bundestages als auch im Gesundheitsministerium ist dieses Problem nachweisbar bekannt. Hoffen wir, dass die bevorstehenden Weihnachtstage nicht nur friedlich und fröhlich werden, sondern auch zu später Einsicht bei den politisch Verantwortlichen führen.

 

Schon seit über 20 Jahren Ihr Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Pflege in Spandau und Reinickendorf: Sozialstation Mobil, Tel. 030/4169811.

 

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